Sayyidi Scheich Mohammed Osman Abduh al-Burhani
Der Prophet ﷺ sagte:
„Achtet darauf, von wem Ihr Eure Religion lernt!“
und riet Ibn Umar:
„Deine Religion ist Dein Blut und Fleisch –
nimm sie nur von Vertrauenswürdigen.“
Scheich Mohammed Osman Abduh al-Burhani (1902–1983), auch bekannt als Fahruddin (Stolz der Religion), war ein bedeutender islamischer Gelehrter, spiritueller Lehrer und Erneuerer des Sufismus im 20. Jahrhundert, dessen Einfluss über den Sudan hinaus in viele Teile der Welt reichte. Er entstammte einer Familie mit direkter Abstammung vom Propheten Mohammed ﷺ und sah es als seine Aufgabe, spirituelle Bildung, ethische Lebensführung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander zu verbinden.
Scheich Mohammed Osman führt uns auf dem Pfad spiritueller Erkenntnis. Seine Dichtungen offenbaren ein tiefes Wissen, das er von Kindheit an trug und großzügig mit seinen Schülern teilte. Man sagt über ihn: „Seine Worte sind wie süßes Wasser für den Dürstenden, wie Licht für den Suchenden.“
Spirituelle Ausrichtung
Er war Träger und Erneuerer unserer Burhaniya-Desuqiya-Schadhiliya, die Tariqa vereint mehrere klassische Sufi-Traditionen. Sein Ziel war es, Gotteserkenntnis mit praktischem Leben zu verbinden – sei es in Familie, Beruf oder Gesellschaft. Er ermöglichte zahlreichen Menschen den Zugang zum islamischen Glauben und zur spirituellen Tiefe des Sufismus.
Seine Abstammung
Scheich Fahruddin entstammt der edlen Linie der Ahl al-Bayt. Sein Stammbaum geht bis auf Fatima az-Zahra zurück. Doch er ruhte sich nie auf seiner Abstammung aus, sondern lebte in Frömmigkeit, gemäß dem Wort des Propheten: „Ich bin der Großvater jedes Gottesfürchtigen.“ Damit vereinte er ererbten Adel mit erarbeiteter spiritueller Größe.
Seine Tariqa – die Burhaniya
Die Burhaniya-Desuqiya-Schadhiliya-Tariqa geht zurück auf Sayyidi Ibrahim ad-Disuqi. Sie wurde durch Scheich Fakhrudin wiederbelebt, der sie zu weltweiter Blüte führte. Seine spirituelle Kette (Silsila) reicht zurück über viele bedeutende Heilige, darunter Ahmad Zarruq, Abu Muwahib ash-Shadhili und schließlich Abu al-Hasan ash-Shadhili – eine Linie, die das geistige Wissen der großen Sufi-Traditionen vereint.
Sein Wirken
Er erneuerte den Sufismus nicht nur im Sudan, sondern weltweit. Er organisierte regelmäßige spirituelle Versammlungen, betonte die praktische Verbindung zwischen Religion und Alltag, rief zur Rechtschaffenheit in Familie und Gesellschaft auf und gab insbesondere der Jugend geistige Nahrung. Sein berühmtes Gedicht betont:
„Ich reiste durch Ost und West,
streute meine Saat in die Länder der Fremden…
Und die Herzen, die einst keinen Schöpfer kannten,
wurden durch Gottes Gnade zu Gläubigen der Einheit.“
Seine Gelehrsamkeit und pädagogisches Wirken
Scheich Fakhrudin war ein Erneuerer religiöser Lehre, mit tiefem Verständnis für Koran, Hadith, Philosophie, Medizin und Genealogie.
Über Jahrzehnte lehrte er täglich in Bereichen wie islamischer Rechtswissenschaft, Koranexegese, Hadith, Ethik, aber auch in naturwissenschaftlichen und medizinischen Fragestellungen. Seine große Bildung zog führende Intellektuelle seiner Zeit an – unter ihnen der damalige Großimam der Azhar-Universität und der bekannte Schriftsteller Dr. Taha Hussein der sagte:
„Ich hörte, er sei ein offenes Buch –
aber als ich bei ihm saß, fand ich eine wandelnde Bibliothek.“
Werke und Vermächtnis
- „Tathir al-Dhimma“: Ein geistiger Ratgeber, verdichtet aus über 200 Werken der Sufis.
- „Der Sieg der Freunde Gottes“: Über die Bedeutung von Ahl al-Bayt, Sahaba, Dhikr und das rechte Verständnis von Sunna und Bid‘a.
- „Sharab al-Wasl“: Ein Gedichtband mit spirituellen Lehren in poetischer Form.
- „‘Ilmū ‘annī“-Reihe: Seine täglichen Lehrsitzungen, aufgezeichnet und transkribiert.
Sein Übergang
Am 4. April 1983 (21. Jumada al-Thani 1403) kehrte Scheich Mohammed Osman zu seinem Herrn zurück. Doch sein Licht lebt weiter durch seine Werke, seine Schüler – und durch seinen Nachfolger:
Maulana Scheich Ibrahim Mohammed Osman, der sein spirituelles Erbe weitertrug.
Scheich Mohammed Osman Abduh al-Burhani und sein Sohn, Scheich Ibrahim
