Sayyidi Abd al-Salam ibn Bashish

Der Scheich aller Scheichs in der Tariqa Burhaniya ist Sayyidi Abd al-Salam ibn Bashish. Sein einziger Murid (Schüler) war Abul-Ḥasan ash-Shadhili. Dieser allerdings war der Ahnherr zahlreicher Sufiorden, der Shadhuliya, deren Licht bis heute leuchtet.

Sein Grabmal (Maqam) können wir auf einem Berggipfel im Marrokanischen Rif-Gebirge besuchen, es ist ein beliebter Pilgerort.

Sayyidi Abd al-Salam ibn Bashish, in Marokko auch „Ibn Mashish“ genannt, gehörte zur Linie von Sayyiduna al-Hasan, dem Enkel des Propheten Mohammed ﷺ.
Geboren wurde er um das Jahr 559–563 n. H. in einem Dorf auf dem Berg al-ʿAlam nahe Tetouan im Norden Marokkos, wo sich einer seiner Vorfahren unter den Berbern niederließ. Über sein Leben ist nicht viel bekannt, seinen Lebensunterhalt verdiente er wohl als Landwirt, es heißt, er unterrichtete auch Kinder in der Quran-Rezitation.

Als geistiger Lehrer von Ibn Bashish wird Scheich ʿAbd al-Raḥman al-Attar, aus Sabta (Ceuta) genannt, auch bekannt als „Al Madani“ (wegen seinem späteren Wohnort Medina). Er war der spirituelle Vermittler (wāita) von Ibn Bashish – und weihte ihn in die ʿulūm ar-rūḥāniyya (geistige Wissenschaften) ein.

In den letzten Jahre seines Lebens zog sich Sayyidi Ibn Bashish in die Einsamkeit des Jabal al-ʿAlam zurück, um sich ganz dem Gottesdienst, dem Gebet und der Kontemplation hinzugeben. Auf diesem heiligen Berg begegnete er seinem einzigen Schüler – Abul-Ḥasan ash-Shadhili, einem weiteren Nachkommen der Idrisiden, der als Ahnherr zahlreicher Sufiorden, der Shadhuliya, dieses Licht bis heute weiterträgt.

Von Sayyidi Ibn Bashish stammt das segensreiche Gebet auf den Propheten aṣ-Ṣalāt al-Mashīshiyya, welches von Abul Hasan ash-Shadhili innerhalb der Schadhiliya weitergegeben wurde und als „Salat ibn Bashish“ auch eine der Grundlagen für das Aurat der Burhaniya bildet – welche damit dieses Licht weiterträgt, ein stiller Strom, der die Herzen reinigt, öffnet und erweitert.

Ein kleiner Eindruck:

O Allāh, vereine uns mit ihm,
so wie Du die Oberfläche des Meeres mit seiner Tiefe vereinst,
vereine uns mit ihm –
in einer Verbindung, die keinen Bruch kennt
und in einem Band, das nicht zerreißt.

So dass wir nichts sehen,
nichts hören,
nichts empfinden,
nichts berühren –
außer durch ihn,
mit ihm,
in ihm
und für ihn.

In ihm offenbart Sayyidi Ibn Bashish die höchste Stellung des Propheten ﷺ als das „Höchste Licht“ (Nur Mohammedi), als das Ursprungswort und als Spiegel göttlicher Namen und Eigenschaften.

Im Jahre 622 n. H. kam Sayyidi Ibn Bashish bei einem Überfall spanischer Truppen ums Leben, genau an jener Stelle, an der er einst Abul Hasan ash-Shādhilī initiiert hatte.
Sein Grab liegt bis heute auf diesem heiligen Berg, dem Jabal al-ʿAlam – ein Ort des Lichts und der Gegenwart für alle, die sich auf den Weg machen um ihn zu besuchen.

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Maqam von Sayyidi Ibn Bashish auf dem Jbel el Alam, dem heiligen Berg in Nord-Marokko
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Silsila Abdel Salam ibn Bashish