Sayyidi Abul Hasan ash‑Shadhuli

Sayyidi Abul Hasan ash‑Shadhuli, geboren im Jahr 593 n.d.H. (1196 n.Chr.) in Marokko und verstorben 656 n.d.H. (1258 n.Chr.), ist der Bruder von Sayyidatuna Fatima ash‑Shadhiliyyah – jener besonderen Frau, die die Mutter von Sayyidi Ibrahim ad-Disuqi und Sayyidi Musa Abul Umran war.

Der Weg zum Wissen
Sein geistlicher Lehrer war Sayyidi ʿAbd al-Salam ibn Bashish, der ihm den Tariqa-Bund gab und sein Aurad (sprituelle Praxis) anvertraute. Sayyidi ʿAbd al-Salam hatte nur diesen einen Muriden – doch dieser eine Schüler entsprach einer ganzen Nation: denn aus seiner Linie entstand die große Familie der Shadhuliya, deren spirituelle Strahlkraft bis heute wirkt.

Alexandria
Nach der Zeit bei seinem Lehrer in Marokko verbrachte Sayyidi Abul Hasan den Großteil seines Lebens in Alexandria (Ägypten). Sein treuer Diener war Sayyidi Abdul Aziz al-Mukanna bi Abi-l-Magd, der später Sayyidatuna Fatimatu Shadhuliya heiratete.
Regelmäßig reiste Abul-Ḥasan zur Pilgerfahrt nach Mekka, auf einer dieser Reisen starb er in Humaytharo am Roten Meer, dort finden wir noch heute sein Grab. Es wird berichtet, dass Sayyidi Abul-Ḥasan uns einlädt, ihn zu besuchen, er aber selbst den Zeitpunkt bstimmt, an dem er die Türen öffnet.

Der Träger der Barmherzigkeit
Al-Imam Abul-Hasan ash-Shadhili verkörpert die Barmherzigkeit des Weges. In tiefer Hingabe bat er Allah darum, selbst seine Feinde zu Heiligen zu erheben. Aus dieser übernatürlichen Barmherzigkeit heraus sagte man: Keiner, der den Weg geht, kann ein vollkommener Heiliger werden, ohne durch die Station „Shadhuli“ zu gehen.

Die Flagge Sayyidi Abul Hasans ist gelb – ein Zeichen des inneren Wissens, der Erkenntnis des Herzens.

Erscheinung und Charakter
Maulana Scheich Mohammed Osman beschreibt ihn als groß gewachsen, von schmaler Gestalt, mit breiten Schultern und Bart. In allem begegnete Sayyidi Abul Hasan den Herausforderungen des Lebens mit rechtschaffenem Verhalten und einem freundlichen Gesicht. Er bekämpfte seine Gegner nicht mit Zorn, sondern mit Würde, Geduld und Milde – was sie zutiefst verwirrte und an den Rand der Verzweiflung brachte. Denn wie sollte ein gewöhnlicher Mensch so handeln?

Da sprach Allah zu ihm:
„Ich gewähre dir nun die Macht der Bittgebete – wenn du wünschst, dass Ich deine Feinde vernichte, so tue Ich es.“
Doch Sayyidi Abul-Ḥasan antwortete:
„Wenn Du mir Erlaubnis gibst zu bitten, so bitte ich, dass sie alle zu Heiligen werden.“

Daraufhin nannte Allah ihn „ash-Shadhuli“ – was so viel bedeutet wie: der Seltsame, der in seinem Handeln von gewöhnlichen Menschen abweicht. Und Allah sagte:
„Du bist nicht ’seltsam‘ für sie – du bist ’seltsam‘  für Mich.“

So wurde Sayyidi Abul-Ḥasan ash-Shadhili, zum Maßstab der Heiligkeit:
Niemand kann die höchste Stufe der Nähe zu Allah erreichen, ohne diese Stufe zu durchschreiten.

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– Moschee in Humaithara / Al Sheikh Al Shazli / Ägypten –
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Sayyidi Abul Hasan ash-Shadhuli